DER BAZAR

     
     
  1. Businessmodelle am Rand des Existenzminimums: Auf
    dem Bazar stellen Kleinstunternehmer ihre finanziellen
    Überlebensstrategien vor. Jeder Teilnehmer erhielt eine
    Parkparzelle als Gewerbefläche und Startkapital für die
    temporäre Geschäftsgründung. Das Ziel: Vom
    Tellerwäscher zum Millionär oder raus aus der
    Arbeitslosenstatistik.  
     
  1.  
    Parkplatz 45 - Zigaretten-Service: Ayse Cekioglu hatte
    zwischen 1980 und 1990 ein eigenes Reisebüro in Berlin,
    das Pleite ging. Inzwischen verkauft sie selbstgedrehte
    Zigaretten: "Ich hab das erstmal nur für mich gemacht, dann
    langsam auch für andere Leute. Ich arbeite etwa vier Stunden
    am Tag. Ich kaufe den Tabak und die Hülsen, dann drehe ich.
    17 bis 18 Zigaretten kommen in ein Päckchen, pro Päckchen
    nehme ich 2 Euro. Leere Päckchen habe ich eine Menge, die
    sammeln die Leute für mich. Zigaretten drehen ist mein
    Hobby, mit der Handbewegung kann ich etwas machen. Da
    kann ich noch ein bisschen Geld verdienen."
     
  1.  
    Parkplatz 46 - Ausbildungswerkstatt "Couture Real": Mona
    Kuschel ist gelernte Schneiderin und studierte Diplom-
    Designerin (UDK Berlin). Seit einigen Jahren arbeitet
    sie als Kostümbildnerin und Ausstatterin für kleinere
    Theater-, Kunst- und Filmprojekte. Im Januar 2007
    entwickelte sie die Idee für "Couture Real". In der
    Ausbildungs- und Projektwerkstatt will sie mit "Jugendlichen,
    die durch das Bildungsraster gefallen sind" Kostüme für
    Theater, Film, Musik-Videos und Kunstausstellungen
    entwerfen und produzieren.  
     
  1.  
    Parkplatz 47 - Gözleme: Fünf türkische Frauen stellen auf
    dem Bazar eine Geschäftsidee vor, die sie bereits beim
    Straßenfest am 1. Mai getestet haben: einen Gözleme-
    Stand. Die türkische Teigspezialität bereiten sie sonst nur
    für ihre Familien zu. Ihr mobiles Minibusiness macht aus
    dem Kochen ein Geschäft.
     
     
  1.  
    Parkplatz 39 - Wunschblume: Inge Hümpfer studierte
    Grafik-Design an der Fachhochschule Würzburg und hatte
    schon viele verschiedene Jobs. Ihre Geschäftsidee: ein
    mobiler Blumenhandel. Seit November 2006 schreibt sie an
    einem Businessplan für ihre Ich-AG und wird dabei vom
    Arbeitsamt betreut. Sie verkauft selbstgebundene
    Blumensträuße und übernimmt Aufträge für
    Balkonbepflanzungen.  
     
  1.  
    Parkplätze 42 und 43 - KFZ-Werkstatt: Micha Krschak ist
    gelernter KFZ-Schlosser und arbeitete unter anderem als
    Eventorganisator, DJ, "in der Gastronomie und Werbung"
    und als Handwerker. In seiner KFZ-Werkstatt bietet er
    kleinere Reparaturen und vor allem Beratung beim
    Gebrauchtwagenkauf an.  
     
  1.  
    Parkplatz 31- Mobile Fahrradwerkstatt: Alex Bolte ist
    Diplom-Techniker (Technikfachhochschule Köln) von Beruf.
    Seine Geschäftsidee: Transporte und Fahrradreparatur.
    "Fahrräder hab ich schon immer nebenher gemacht. Als ich
    keine Arbeit hatte, habe ich auf etwas zurückgegriffen,
    was ich schon immer konnte: Technik. Wenn man nicht
    mehr weiter weiß, sucht man sich Arbeit."  
     
  1.  
    Parkplatz 33 - Kochschule: Malte Zacharias ist von
    Beruf Architekt. Im Mai 2007 hat er das "Gartenstudio"
    in Berlin Kreuzberg eröffnet, ein Architektur-,
    Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Designbüro. Für ein
    Projekt entwickelte er das Konzept einer mobilen
    Kräuterküche. Seine neueste Geschäftsidee zeigt er
    hier im Parkhaus: die Kochschule.  
     
  1.  
    Parkplatz 41: 1-Euro-Schmuck: Melahat Altuntas war schon
    immer selbständige Unternehmerin. Sie handelte vor allem
    mit Taschen, Textilien, Jeans und Gürteln. Seit fünf
    Jahren betreibt sie einen eigenen Schmuckladen am
    U-Bahnhof Schönleinstrasse. Dort entstand auch die Idee:
    Schmuck für jeden Geldbeutel ab 1 Euro. (Im Bild: ein
    Mitarbeiter)  
     
  1.  
    Parkplatz 37 - Calling Class: Robert Wolfram und Max
    Schumacher mit einem Angebot zwischen Performance und
    Service: Die Bazar-Besucher konnten im Schnellkurs lernen,
    wie man im Call-Center zum Mitarbeiter des Monats wird.
     
     
  1.  
    Parkplatz 27 - Portraits und Schnittchen: Tina Bär
    verkaufte neben selbstgemachten Schnittchen
    selbstgemalte Bilder. Für 4 Euro konnten
    sich die Kunden portaitieren lassen.